Spielbericht mA zur Qualifikationsrunde für die Oberliga Ostsee Spree 09.05/10.05.2015

Liebe Handballfreunde der SG Hermsdorf/Waidmannslust,

am letzten Wochenende mussten unsere Jungs um Christoph Staude in die Qualifikation zur OOS, der zweithöchsten Spielklasse. Nachdem wir zum Ende März den Abgang von 10 Spielern zu beklagen hatten, sah es zunächst absolut düster aus, überhaupt eine Mannschaft für diese Spielklasse ins Rennen zu schicken. Eigentlich bestand die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt nur noch aus fünf Spielern (2 * 97er, 3 * 98 er). Gemeinsam mit den Spielern, dem Trainer und dem Vorstand ist es uns dann trotzdem gelungen, Spieler für unsere A – Jugend zu gewinnen. Christoph Staude sagte zu, sowohl die mB, als auch die mA in die Qualifikation zu führen und so nahmen die Jungs das Training unter der Leitung von Staude/Schneider auf. Innerhalb von nur einem Monat eine komplett neue Mannschaft aufzubauen, wovon einige Spieler über zwei Jahre keinen Handball mehr gespielt haben, ist eine Aufgabe, an der man eigentlich nur scheitern kann. Mehr als den letzten Platz hatte uns vermutlich keiner zugetraut und wenn man ehrlich ist, wir selbst auch nicht. Hinzu kam auch noch weiteres Verletzungspech, ein Fingerbruch, große Rückenprobleme, geprellte Rippe usw. usw. ……und dann kam noch die Auslosung dazu. Wir mussten am erster Spieltag gegen AC/Eintracht Berlin und OSF ran, eigentlich die Todesgruppe.

Was soll`s egal, Sonnabend früh auf in die Schöneberger Sporthalle, alle Spieler treffen pünktlich ein, eine muntere Truppe aus vielen 99er, drei 98er und den beiden 97 Spielern. Der erster Gegner war gleich der Hammer AC/Eintracht Berlin. Und dann der Anpfiff, was passiert? Ganz einfach, das was die Jungs der SG in den letzten Wochen trainiert haben, vorne Tore werfen und hinten verhindern. Schnell haben wir das 1:0 geworfen und diese Führung im gesamten Spiel nicht wieder hergegeben. Nicht nur die 99er, auch unsere beiden „alten“ neuen Torhüter hatten anscheinend nichts verlernt und sind in das Turnier eingestiegen, als hätten sie die letzten Jahre nichts anders gemacht, als Handball zu spielen. Mit enormem Kampfgeist haben wir dann das Spiel mit 26:21 gewonnen, damit war klar, wir werden nicht Letzter (hoffentlich).

Das Problem an solchen Turniertagen ist, dass eine Mannschaft zweimal hintereinander ran muss, das waren halt leider wir und so ging es dann in die zweite Partie des Tages gegen den haushohen Favoriten OSF. Als Ausrichter zeigte dieser zunächst erst einmal große Schwächen in der Organisation, keine Zeitstrafenvordrucke etc. für das Kampfgericht usw. aber egal, kann ja mal passieren. Da unser Team nur 45 min. Regenerationszeit hatte, mussten wir dann doch dem hohen Tempo aus dem ersten Spiel Tribut zollen. OSF ging leider schnell in Führung, Christoph Staude stellte die Mannschaft um und es wurde wieder ein Kampfspiel, bei dem wir, bis zum Ende der ersten Halbzeit bis auf ein Tor herankamen. Die absolute Sensation lag in der Luft, leider hatten wir dann einen kleinen Einbruch am Anfang der zweiten Halbzeit. Staude stellte erneut um und es lief wieder besser. Wir kämpften uns Tor um Tor an OSF heran. Da OSF unseren besten Spieler Pascal in Einzelmanndeckung nahm, gelang es uns leider nicht, den Ausgleich zu erzielen. Die Umstellung von Pascal an den Kreis brachte zwar nochmals Vorteile, aber OSF konnte auch immer wieder treffen. Der Trainer musste dann zum Ende der Partie frühzeitig auf Einzelmanndeckung umstellen, um doch noch, die nicht unmögliche Sensation zu schaffen, dies gelang leider nicht. OSF nutzte drei technische Fehler von uns aus und so mussten wir uns am Ende mit 12:17 geschlagen geben. Dieses Ergebnis ist um mind. 4 Tore zu hoch für OSF ausgefallen, eigentlich wäre ein Unentschieden das gerechte Ergebnis gewesen, aber…..Die Moral und der Kampfgeist der Mannschaft war einzigartig. Wir Zuschauer konnten mehr als zufrieden sein und uns auf die zweite Runde freuen.

Sonntag 10.05.2015, Muttertag und Handball, auf nach Spandau bei Berlin! Wir durften zuerst das Spiel zwischen OSF und Spandau sehen, Spandau als Zweiter vom Vortag gegen den Sieger aus unserer Gruppe. Und was passiert? Spandau knallt OSF, die in diesem Spiel leider völlig lustlos spielten, mit 7 Toren Differenz von der Platte.

Egal nun mussten wir gegen den Sieger der Gruppe B – TMBW, die am Vortag bereits beide Gegner von der Platte gefegt hatten, ran. Beim Ausfüllen des Spielprotokolls mussten wir feststellen, dass unsere Spieler etwas jünger sind, als die vom Gegner, egal Augen zu und durch. Anpfiff und los geht es! Was machen unsere Jungs, sie halten gegen, aber die körperliche Überlegenheit von TMBW ist unverkennbar und sie nutzen ihren Körper; es entwickelt sich ein knallhartes Spiel, bei dem um jeden Ball gekämpft wird, unser Trainer muss alle Spieler bringen, weil jeder mal verschnaufen muss. TBMW erkämpft sich langsam eine 5 Tore Führung, aber geben wir auf? Nein, natürlich nicht, wir wollen dieses Spiel gewinnen und kämpfen uns zurück, am Ende fehlen uns leider ein paar Tore. In jedem Fall ist TMBW von uns beeindruckt, mit dieser Gegenwehr hatten sie nicht gerechnet. Die extrem massive 6:0 Deckung mit einem knallharten Mittelblock war kaum zu durchbrechen und unsere Außen hatten leider ein wenig Wurfpech bzw. trafen auch auf einen extrem guten Torhüter (Endstand 14:17).

Egal, kurze Regeneration, kurz was essen und erneut müssen wir gegen die natürlich bedeutend ausgeruhteren OSF`ler starten. Dann der Schock, Pascal kann das letzte Spiel verletzungsbedingt nicht mehr spielen und was machen unsere Jungs? Kämpfen was sonst, also los geht es erneut. Staude holt noch aus seinem Nachrückerkreis einen Spieler, der auch kommt. Die Mannschaft wird kurz umgebaut und Augen zu und durch. Jetzt macht sich allerdings der Kräfteverschleiß bemerkbar, OSF war ausgeruht, na klar! Sie hatten ja im ersten Spiel auch nichts geleistet, ein Spiel mehr Pause und keine Verletzten. So mussten wir von Anfang an einem Rückstand hinterher laufen. Die Abwehr stand sehr gut, die Torhüter ohne Tadel, aber im Angriff waren wir etwas zu schwach; aber aufgeben, niemals! Die Jungs kämpfen weiter und zum Ende der zweiten Halbzeit machte OSF genau das, warum sie auch das erste Spiel an diesem Tag verloren haben, Arbeitsverweigerung. Christoph nahm die Auszeit und schwor seine Spieler nochmals ein und dann ging der „Kampf“ bzw. die Aufholjagd los. Pascal kam für die 7m und den Rest erledigten die anderen. Diesmal war das Timing besser und wir waren nur ein Tor von der Sensation entfernt. Umstellung auf offene Manndeckung, aber wenn die Schiedsrichter nicht bis sechs zählen können (das war die Anzahl der Schritte ohne Prellen, die der Spieler von OSF benötigte, um das letzte Tor zu erzielen), dann verlierst Du halt mit zwei Toren Differenz. Weitere Kommentare zu diesem Schiedsrichtergespann erspare ich mir hier, das können die anderen Vereine erledigen (Endstand 13:15).

Wir gratulieren natürlich Spandau, TMBW und OSF zu den Plätzen 1 bis 3, aber wenn es einen moralischen Platz 1 gibt, dann gehört er der SG Hermsdorf-Waidmannslust. Die Leistung aller Spieler und Torhüter um Trainergespann Heike Nicodemus und Coach Christoph Staude war gemessen am Stand vom 31.03.2015 einfach nur sagenhaft; meine absolute Hochachtung vor dieser Energieleistung. Hier ist etwas zusammengewachsen, was zusammen gehört. Wir haben uns selten über einen vierten Platz von sechsen so sehr gefreut, denn mit etwas Glück, hätte es auch der erste sein können. Alle Mannschaften sind auf Augenhöhe und wenn unsere „Ausländer“ Raoul und Felix wieder da sind, dann…!!! Wir freuen uns schon jetzt auf die kommende Saison, komme wer und was da „wolle“ und wann es wolle und vielleicht gibt es ja noch einen Nachrücker in die OOS und das sind dann wir!

An alle Spieler, Trainerteam und Eltern, die diese Spiele mit unterstützt haben, ein riesengroßes Lob und Dankeschön, so schön kann Handball sein. Jungs ihr dürft feiern, das war eine Spitzenleistung.

Mit sportlichen Grüßen
Andreas Höbbel – Vorstand der SG Hermsdorf-Waidmannslust